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Mittwoch, 30. Mai 2012

Öffne die Augen

Am 26. Mai lief ich von Navarrete nach Santo Domingo de la Calzada. Das war meine bisher grösste Etappe die ich an einem Tag marschiert bin.  Ganze 40 Kilometer durch stetig wechselnde Landschaftsbilder.
Als ich an Ciriñuela vorbeilief, das wenige Kilometer vor Santo Domingo liegt, wurde mir zum ersten Mal bewusst was eine Immobilienkrise für Auswirkungen hat. Die Spekulation der Banken führte dazu, dass ein unbedeutendes Dorf von 50 Einwohner zu einer leeren Stadt herangewachsen ist. Ein riesen Golfplatz und im Zentrum des Dorfes ein riesiger gepflegter Garten mit einem Schwimmbad. Hunderte leere Häuser und Blöcke bei denen die Rollläden unten sind und der Vorgarten am verwildern ist. Alles steht zum Verkauf, jedoch wer will schon in einer leeren Stadt wohnen? Wie viele arbeitslose Menschen gibt es? Wie viele obdachlose Menschen gibt es?

Wie weit sind wir schon gegangen um so etwas zuzulassen? Wo ist die Vernunft geblieben? Wo die Ethik und Moral?

Am 27. Mai lief ich von Santo Domingo nach Belorado.
Ein Dorf vor Belorado machte ich einen Halt in Villamayor de Rioja. Ich ging in ein Restaurant das sehr vornehm Aussah. Am Eingang waren sehr viele Hausordnungen. Wie zum Beispiel Rucksack draussen lassen und Ärmelloseshirts sind nicht gestattet. Ich hatte natürlich ein solches Shirt an und fragte den Patron ob es möglich sei draussen vor der Tür ein Bier zu trinken damit ich nichts anziehen musste. Der Patron Javier bot mir dann auf einmal einen Platz an und ich durfte mein Bier trotz meinem Shirt bei ihm trinken. Wir kamen ins Gespräch auf Französsisch und Spanisch. Er sagte mir, er führe dieses Restaurant seit 36 Jahren. Habe schon sehr viele Pilger gesehen und er sehe es in den Augen der Menschen ob sie gute Menschen sind. Ich durfte mich in seinem seit 36 Jahren geführten Gästebuch eintragen. Mein Manifest ist nun in diesem Buch verewigt und nur für die Auserwähltengãste ersichtlich. Er gab mir ein Kompliment das ich zum ersten Mal von jemandem gehört habe. Wir haben uns einmal gesehen und er hat das Gefühl ich sei sehr authentisch. Ich hab Javier in mein Kreis aufgenommen wie er mich in sein Reich gelassen hat. Besten Dank Javier für die herzliche Aufnahme.

Am 28. Mai ging es von Belorado nach San Juan de Ortega.
Zum ersten Mal konnte ich eine Schlange entdecken, Sie verzog sich umgehend als Sie meine Schritte verspührte. Desweiteren habe ich einen Maulwurf gesehen. Interessante begegnungen gab es mit 2 jungen Herren aus Ungarn. Sie spielten Guitarre und sangen am Abend lieder aus allen Musikrichtungen.  Ich sprang mit ein und machte Beat zur Musik. Es war eine super angenehme Atmosphäre mit einer grossen Ansammlung von freundlichen Menschen. Die Sangen und tanzten zur Musik.

Am 29. Mai ging es nach Burgos.
Die Stadt ist riesig und hat sehr viele Sehenswürdigkeiten. Die Pinchos hier sind köstlich. Das Abendessen nahm ich mit Gérard(Belgier) und Thomas(Deutscher) ein. Es war ein toller Abend. Wir tranken auf den Geburtstag von Thomas. Gérard offerierte das Abendessen.

Gérard nahm an diesem Tag den Bus nach Burgos und war so freundlich mir ein Zimmer zu reservieren im gleichen Hotel wie er einkehrte. Er bezahlte das Zimmer bereits und nach mehrmaligem Nachfragen was ich ihm schulde für die Übernachtung wollte er kein Geld von mir. Ich sei ein sehr sympathisher Mensch und ich hätte ihm bereits genug gegeben. Es sei für ihn ein Geschenk gewesehn, mich auf dem Weg kennengelernt zu haben und immer wieder unterwegs angetroffen zu haben. Es war und ist mir nicht Recht das Gérard mir das bezahlte. Ich liess es bleiben darauf zu bestehen und erneut Nachzufragen. Besten Dank auf jedenfall du bist ein super Kerl, man sieht sich in Brüssel.

Am 30. Mai ist mein Ruhetag in Burgos. Meine Füsse nehmen das Geschenk gerne entgegen. Meine Brille Bralla erholt sich einen moment im Zimmer.





Freitag, 25. Mai 2012

Viva espagna

Am 18. Mai lief ich von Roncesvalles nach Zubiri.
Die Strecke war sehr angenehm zum laufen durch Wälder wie in der Schweiz. Die Temperatur war auch sehr gut zum laufen. Das Abendessen nahm ich in der Herberge ein. Die Franzossen machten sich einen Spass daraus mir einen alten Brauch beizubringen. Ein Rest der Suppe mit etwas Rotwein.

Am 19. Mai ging es nach Pamplona.
Die Stadt Pamplona lebt 24 Stunden. Die Ankunft in der Stadt hat mir bereits vom ersten Moment gefallen. Kaum in der Stadt fand ich 5 Spanier mit denen ich einen trank. Es war ein riesen Fest auf der Strasse an einem Samstag. Die jungen Menschen machten Musik und tanzten auf der Strasse. Die 5 Spanier halfen mit eine Unterkunft zu suchen.
Ich wurde fündig für 20 Euro die Nacht Einzelzimmer. Der Schrecken kam im ersten Zimmer, Bettwanze gesichtet. Pronto die Seniora in mein Zimmer gebracht, wurde das Zimmer unter Quarantäne gestellt mit Pestiziden. Das zweite Zimmer unterzog ich einer sogenannten Zimmerinspektion und wurde von mir als akzeptabel bewertet. Keine Bettwanzen aber dafür etwas Staub. Schade ist das man als Gast nichts mitteilt, wenn man schon Bettwanzen bisse am Körper hat.
Als ich meine Pension verliess, kam mir der Gedanke eventuell die Adresse der Pension aufzuschreiben. Man weiss ja nie, prompt war ich froh sie dabei zu haben. Nach einigen Drinks und der Dunkelheit veränderte sich die sicht auf die Strasse und ich war überglücklich das mich eine Gruppe junger Spanier zu meiner Pension führte.  Ich habe normalerweise einen sehr guten Orientierungssinn, an was das wohl lag:-).

Am 20. Mai war ein gemütlicher regnerischer Ruhetag in Pamplona angesagt. Ich habe meine Wäsche gemacht und bin um 12.00 Uhr zur Sonntagsmesse gegangen. Danach wurde die Kirche etwas genauer betrachtet.

Am 21. Mai ging es bei gutem Wetter Richtung Puent la Ruena.
Das Abendessen war gut aber der Service schrecklich. Es kann ja nicht sein das ich meinen Salat noch nicht eimal fertig gegessen habe und der Hauptgang bereits neben meinem Salatteller gestellt wird. Mit 4 Engländer machte ich anschliessend eine Beizentour durch die Stadt.

Am 22. Mai lief ich nach Estella, die Stadt gefiehl mir weniger. Es gab sehr viele heruntergekommene Häuser. Viele vermutlich Arbeitslose Menschen auf der Strasse. Man hatte das Gefühl nicht willkommen zu sein.

Am 23. Mai ging es nach Los Arcos. Die Landschaft verändert sich immer mehr. Am Anfang war alles noch grün vor lauter Bäume, mittlerweile komme ich mir teilweise vor wie in einer Wüste. So trocken ist die Luft und die Hitze setzt mir auch zu. Bei dieser starken Sonne hilft mir meine Brille Bralle gerne weiter. Sie kann bei dem super Wetter ihre funktion warnehmen und meine Augenschützen. In Los Arcos habe ich in einer Apotheke die möglichkeit gefunden mein Gewicht zu messen. Ich war erstaund das ich bereits so viel Gewicht verloren habe. Bild siehe unten.

Am 24. Mai lief ich nach Logroño. Mein Wecker klingelte um 0700 Uhr was ich beim T- Shirt wechsel feststellte, war erschreckend eine Bettwanze auf meinem T- Shirt. Meine geplante Abmarsch Zeit um 0730 Uhr, konnte ich vergessen. Ganze 1.5 Stunden habe ich das ganze Gepäck ausseinander genommen. Mit einem spezial Spray habr ich alles eingespritzt. Ich konnte zum Glück, keine weiteren Bettwanzen finden. Das ist mittlerweile das zweite Mal das ich mit diesen Fichern konfrontiert werde. Was haben diese lästigen Ficher für eine Aufgabe für die Natur? Was hat sich Gott dabei gedacht?
In Logroño angekommen habe ich als erstes eine Zimmerinspektion vorgenommen. Ich traf meine alten bekannten Australier und Kanadier.

Am 25. Mai verkürzte ich meine Etappe und landete in Navarrete.
Ein kleines aber schönes Dorf mit einer schönen Kirche. Siehe unten Bilder dazu.












Mittwoch, 16. Mai 2012

Auf nach Spanien

Lieber spät als nie, melde ich mich aus Saint Jean Pied de Port.

Am 9. Mai ging es nach meiner Geburtstagsfeier die doch noch super mit 6 Franzossen und einem deutschen Ehepaar gefeiert wurde, weiter Richtung Miramont- Sensacq. Das Wetter war sehr schön und heiss. Meine Brille Bralla hat mir einen guten Dienst geleistet.

Am 10. Mai ging es von Miramont-Sensacq nach Arzacq- Arraziguet.

Am 11. Mai lief ich nach Pomps die Herberge war einfach aber in Ordnung. Das Abendessen war ein industrielles Poulet mit Einer Tomatensauce und etwas Salat. Ich konnte kostenlos meine Wäsche waschen, was sehr angenehm war.

Am 12. Mai ging es nach Sauvelade die Unterkunft war gross und freundlich. Ich macht eine Bekanntschaft mit einer Schweizerin wenn ich mich recht erinnere hiess sie Elsa. Sie hat früher bei der Rega in Unterfatz gearbeitet.  Die Welt ist schon klein.

Am 13. Mai lief ich nach Lichos unglücklicherweise machte ich unterwegs einen Mistritt und meine linke Achillessehne schmerzte.
Ich versuchte mit einer kühlenden Cremé die Heilung zu fördern. Leider brachte die zusätzliche Arnika Cremé keine sofortige Wirkung.
Ich lief an jenem Tag mit Jean-Pierre und Bernard den beiden französsisch sprechenden Schweizer. Es sind zwei super Kerle mit denen man sich super über jegliche Themen unterhalten kann.

Am 14. Mai ging es von Lichos nach Ostabat-Asme.
Die Wege trennten sich nun, Jean-Pierre und Bernard liefen Richtung Saint-Palais um den Nordweg in Spanien zu nehmen. Wenn das Schicksal es möchte treffen wir gleichzeitig in Santiago ein.
Ansonsten sehen wir uns in der Schweiz garantiert

Am 15. Mai ging es nach Saint Jean Pied de Port.
Nach einer kurzen Etappe von 23 Kilometer kam ich in der wunderschönen Altstadt von SJPdP an. Man wurde als Pilger freundlich von der Pilgerorganisation empfangen.

Am 16. Mai blieb ich in Saint Jean Pied de Port um meinen Füssen einen Ruhetag zu geben, auch mein Rücken dankt mir.
Meine Achillessehne geht es mittlerweile besser, danke an die liebe Fernhilfe von Beny.

Am 17. Mai habe ich vor nach über die Pyrenäen nach Spanien zu gelangen.











Mittwoch, 9. Mai 2012

Allein, allein...

Am 6. Mai ging es von Condom Richtung Eauze.
Dss Wetter war wieder einmal nicht sehr angenehm zum laufen.
Die Stadt Eauze ist eine sehr schöne Stadt. Weit bekannt für ihren Armagnac Branntwein. Mir schmeckte er jedoch weniger, ich bevorzuge den Whiskey, Cognac oder Grappa.

Am 7. Mai lief ich von Eauze nach Nogaro. Ich kam bei einem Restaurantbesitzer unter, der Zimmer vermietet.
Das Abendessen nahm ich bei der Pizzeria um die Ecke ein. Mir fiehl auf das die hübsche Servicefrau wohl andere Stätken hat als im Service. Drei Mal die Gabel fallen zulassen zeugt nicht gerade von Geschicklichkeit. Danach die Gabel noch dem zukünftigen Kunden anzubieten, machte mich nicht Glücklicher. Ein kurzer Gedanke an mein Besteck vespielte, wie oft dies wohl schon am Boden lag?
Mit einer gewissen Unsicherheit verspeisste ich die leckere Pizza mit den Händen.

Der 8. Mai mein grosser Tag, der leider nicht sehr glücklich begann.
Das Frühstück war leider etwas sehr spärlich für meinen Geburtstag.
Die Wanderung nach Aire-sur-l'Adour zog sich auch in die Länge, bei leichtem Regen. Ich traff Norbert und Inga die dann mir zum Geburtstag ein ständchen sangen und gratulierten.

Besten Dank an alle die mir gratuliert haben, ich mach das Formel für alle. Leider haben sich einige nicht bei mir gemeldet aber das gestresste Leben lässt einem manchmal die kleinen Sachen vergessen. Ich nehm es euch nicht übel!

Nach mittlerweile 49 Tage ist mein Kopf einfach leer. Alle alten Dinge sind zum grössten Teil abgearbeitet und jetzt kann etwas neues kommen.

Besten Dank an Stefan von Däniken für das Telefonat zum Geburtstag.
Jetzt ist die Zeit langsam reif, eine gewisse Inspiration zu suchen.
Damit hat er vollkommen Recht, mein offener Geist hat den Boden dafür mittlerweile vermutlich vorbereitet.

Ich lasse den Tag bei blauem Himmel nun flüssig ausklingen mit dabei meine Brille Bralla.




Samstag, 5. Mai 2012

Immer wieder neue Gesichter

Am 30. April Cahors - Durand
Der Patron des Chambre Hôtes fuhr mich freundlicherweise zu einem Carrefour, damit ich mir ein neues Telefon und weitere Speicherkarten für den Fotoapparat kaufen konnte.
Mein Telefon hat nach nur 4 Jahren den Geist aufgegeben.
Ich entkam wie immer dem ganzen Regen durch abwarten in einem Bistro. Der Weg war jedoch danach durchnässt und matschig wie ein frischer Kuhfladen. Meine Schuhe haben seit Wochen keine Reinigung erhalten. Wieso auch, die werden am folge Tag gleich aussehen. Erinnert mich an meine Rekrutenschule, als wir jeden Abend noch den Parkdienst machen mussten. Wenn das nur der Feldweibel nicht sieht. Am Abend waren wir 13 Leute die in der Herberge übernachteten. Es gab Linsen mit Würste. Erstaunlicherweise war das Essen gut gewürzt und ich konnte trotz meiner Abneigung zu Linsen, reichlich zuschlagen.

Am 1. Mai Durand - Lauzerte
Das Wetter war sehr heiss zum laufen, ich war überglücklich nachdem letzten Anstieg in die Altstadt, ein grosses Bier zu geniessen. Meine Brille Bralla schützte meine Augen vor der starken Sonne.
Im Touristenbüro wurde für mich ein Zimmer bei einer Privatperson organisiert. Die Dame am Schalter meinte das Zimmer sei sehr teuer 60 Euro. Was mir aber in diesem Moment egal war. Bei der anschliessenden Besichtigung und Bezahlung des Zimmers, wurden mir nur 20 Euro verlangt. Es gibt immer wieder schöne und erfreuende Dinge.

Am 2. Mai Lauzerte - Moissac
In der Stadt Moissac gefiehl mir besonders die grosse Kathedrale und der schöne Kreuzgang. Das Abendessen war auch sehr lecker. Ich bestellte mir eine Pizza mit einem Pichet Rotwein. Zum Dessert gab es zwei Glaceboule chocolate. Ich lernte beim Hoteleingang kurz vor dem Schlafen gehen Köbi und Theres kennen.
Ein schweizer Ehepaar die den Weg Etappenweise machen. Dieses Mal von Moissac bis Pamplona.

Am 3. Mai Moissac - Auvillar
Ich lief an diesem Tag mit Köbi und Theres. Wir verstanden uns sehr gut und das Schritttempo der beiden entsprach dem meinem. Ich habe langsam das Gefühl das wir Schweizer generell etwas zügiger und sicherer auf den Wanderwegen sind als andere Nationen. Das Schweizervolk, ein einig Volk von Wanderer?
Ich plante eigentlich bis Saint Antoine zu laufen, entschied mich jedoch mit den beiden in Auvillar zu bleiben.

Am 4. Mai Auvillar - Lectoure
Ging es früh Los Richtung Lectoure Köbi und Theres beschlossen mit mir nach Lectoure zulaufen. Besten Dank nochmals für sie tolle Zeit mit euch beiden. Am Nachmittag erzählte ich den beiden das ich noch immer eine Unterkunft mit einem Swimming pool suche. Wie vom Himmel herab geschah es umgehend. In Lectoure fand ich im Hotel indem die beiden reserviet haben einen Pool mit Wasser. Bei 16 Grad Wassertemperatur gönnte ich mir eine Erfrischung. Ich kann euch leider das Foto dazu nicht hochladen, aber es wahr himmlisch. Der ganze Spass kostete mich dann auch 80 Euro (Halbpension). Es war es jedoch allemal Wert bis auf das inkompetente und unfreundliche Personal.

Am 5. Mai Lectoure - Condom
Der Tag war teilweise heiss und sonnig andererseits bewölkt und leichter Regen. Ich bevorzuge das bewölkte Wetter für grössere Distanzen. In Condom angekommen habe ich erstmals wieder eine Erfrischung zu mir genommen.
Die Kathedrale hat einen sehr imposantes Aussehen von innen.
Mittlerweile bin ich bereits über 1000 Kilometer gelaufen und fühl mich noch nicht erschöpft.

Ich meld mich wieder...